Handball: Verbandsligist TV Verl führt gegen Senden mit 24:19 und kassiert durch einen finalen Freiwurf noch eine 24:25-Niederlage.

Von Dirk Heidemann

Verl. Als Marcel Erichlandwehr in der 53. Minute das 24:19 für den TV Verl erzielt, scheint die Partie in der Handball-Verbandsliga gegen den ASV Senden gelaufen zu sein. Okay, Johannes Wittenstein kassiert kurze Zeit später eine Zeitstrafe. Aber wirft das den bis dahin klar überlegenen TV Verl noch aus der Bahn? Die schmerzhafte Antwort: Ja!

Die 60-minütige Spielzeit ist beendet. Es steht 24:24 und der Tabellendritte aus Senden bekommt noch einen finalen Freiwurf zugesprochen. Benedikt Otto, der die Partie bis dahin von der Bank aus verfolgt hatte, schreitet zur Tat. Sein Wurf wird vom Verler Block abgefälscht und landet im rechten Torwinkel – der ASV Senden, der zuvor selbst nicht mehr mit eine Erfolg gerechnet hatte, gewinnt mit 25:24 (11:11). „Ich habe noch nie ein Spiel gesehen, das über 50 Minuten so dominant geführt wird, und dann aus eigener Dummheit verloren geht“, ist der Verler Trainer Robert Voßhans völlig entgeistert.

Verl (zog). Bitter, tragisch, unfassbar, aber selbst verschuldet. Die Heimniederlage am Samstag gegen den ASV Senden wird den Verbandsligahandballern des TV Verl noch lange in den Knochen stecken.

Dabei besteht in der Zehner-Staffel kaum Gelegenheit zur Korrektur, um diesen Punktverlust wieder auszugleichen, den die Mannschaft von Robert Voßhans bei 24:19-Führung sieben Minuten vor Abpfiff schon auf der Habenseite verbucht hatte. Aber was dann passierte, sorgte beim Gegner für überschwänglichen Jubel, bei den Zuschauern für verständnisloses Kopfschütteln und bei den TVV-Spielern nach dem direkt verwandelten Freiwurf der Gäste zum 24:25 für eine Mischung aus Wut, Ärger, Enttäuschung und Fassungslosigkeit. Gleichzeitig läuten bei 7:11-Punkten die Alarmglocken beim nun Tabellenvorletzten.

Als Marcel Erichlandwehr sein Team nach 52:56 Minuten mit 24:19 in Führung geworfen hatte, schien der Lohn für eine bis dahin gute Leistung sicher. „Wir wussten, was mit der offensiven Deckung auf uns zukommt und haben uns diszipliniert an den Matchplan gehalten. Somit war das Spiel für alle durch, auch für Senden“, sagte ein aufgrund der dann folgenden Minuten sichtlich mitgenommener Trainer Voßhans.

Verl (zog). Exakt sieben Wochen sind vergangen, wenn der TV Verl am heutigen Samstag um 19 Uhr gegen den ASV Senden wieder um Punkte in der Handball-Verbandsliga spielt und an den vom 10. Dezember datierenden 30:21-Heimsieg über TuS Brockhagen anknüpfen will.

Dass die Mannschaft von Robert Voßhans in diesem Jahr noch nicht in der Meisterschaft aktiv war, liegt auch an der Verlegung des letzten Hinrundspiels gegen Altenbeken-Buke auf den 25. März. Denn in den ersten Januarwochen waren vier TVV-Spieler in die USA gereist, um ihren dort für ein halbes Jahr studierenden Mitspieler Bastian Fischedick zu besuchen und dann gemeinsam mit dem Rückraumspieler wieder an den Ölbach zu reisen.

„Seit dieser Woche sind alle wieder im Training“, kann Trainer Robert Voßhans heute den kompletten Kader aufs Parkett der Verler Dreifachhalle schicken. Hinter Thomas Fröbel (weiterhin Leistenbeschwerden) steht allerdings noch ein Fragezeichen. „Bastian hat an einem sport-orientierten College studiert, der ist fit“, freut sich Voßhans. Handballspezifisch trainieren konnte der „Halbrechte“ in den USA allerdings nicht.

Von Dirk Heidemann

Verl. Die Gruppe um Alexander Greitens und Frederic Trapphoff, die Bastian Fischedick nach dessen Austauschsemester aus Oklahoma abgeholt hat, ist längst aus den USA zurück. Vor zwei Wochen ist Bastian Fischedick direkt ins Training beim Handball-Verbandsligisten TV Verl eingestiegen und wird an diesem Samstag im Heimspiel gegen den ASV Senden (19 Uhr) bereits im Kader stehen.

Während die Verler letztmals am 10. Dezember im Einsatz waren und seitdem nur drei Testspiele, die allesamt gewonnen wurden, absolvieren konnten, hat der Tabellendritte aus Senden bereits zweimal um Meisterschaftspunkte gekämpft. Einer 30:43-Klatsche gegen die Ahlener SG II folgte dabei ein hauchzarter 31:30-Erfolg beim punktlosen Schlusslicht Altenbeken/Buke. „Das waren sicherlich nicht die Ergebnisse, die sie sich erhofft hatten“, sagt TVV-Trainer Robert Voßhans. Die so gut in die Saison gestarteten Sendener, die in der Hinrunde zudem auch in Brockhagen und Hörste verloren haben, verspüren langsam einen gewissen Druck

Den hat indes auch der TV Verl, punktgleich mit Bergkamen auf Rang sieben (7:9), der es in den kommenden fünf Partien mit den Top-Fünf-Teams der Liga zu tun bekommt.

Von Stefan Herzog

Verl (gl). Ob er sein Jahr 2022 aufteile, will ich von Lars Jogereit wissen – und zwar in die Phase bis zum 14. Mai und die Zeit danach. Und ob er nach dem Ereignis, dass dieses Jahr für ihn zu einem Besonderen gemacht hat, auch gezweifelt oder überlegt habe, mit dem Handballsport aufzuhören.

Beides verneint der 24-Jährige, der am besagten 14. Mai als Spieler der Verbandsligamannschaft des TV Verl vor gut besetzter und wenig später entsetzter Tribüne nach einer Angriffsaktion im Spiel gegen SpVg Steinhagen falsch aufkam, ein Knacken hörte, zu Boden fiel, auf seinen im rechten Winkel abstehenden rechten Fuß blickte und im nächsten Moment („Da schoss der Schmerz dann komplett rein“) anfing zu schreien.

Jogereit, der bis dahin eine starke Saison als Abwehr-Innenblocker und Allrounder im Angriff gespielt hatte und dabei so fit war wie noch nie, hatte sich mehrfach den Unterschenkel gebrochen. „Und dann bist du auf einmal komplett raus aus dem Leben.“

Von Stefan Herzog

Verl (gl). Es gibt Geburtstage, die man nicht vergisst. So wie den von Robert Voßhans, der am Samstag 29 Jahre alt wurde. Denn seine Mannschaft machte dem Trainer des Handball-Verbandsligisten TV Verl am Ehrentag in eigener Halle vor 550 Zuschauern mit dem im zweiten Durchgang verdienten 30:21 (12:16)-Derbysieg über den TuS Brockhagen ein außergewöhnliches Geschenk. Die Frage nach der Stimmung bei der folgenden Weihnachts-, Geburtstags- und Siegesfeier dürfte sich damit erübrigt haben.

Nur noch fünf Tore gelangen den im ersten Durchgang zurecht führenden Gästen nach Wiederanpfiff. Aufgeheizt war die Atmosphäre zwischen den Nachbarn schon vor dem Anpfiff, weil die Gäste, die nach dem freiwilligen Abgang von Timo Schäfers von Lokman Direk, Thorsten Harbert und Felix Meister interimsweise trainiert wurden, das Spiel wegen vieler Ausfälle verlegen wollten.

Am Samstag standen dann doch 16 Namen auf dem Spielberichtsbogen. Und gegen die hatten die Verler so ihre Schwierigkeiten. Weil sie im Abwehrzentrum zu offen waren, kassierten die Gastgeber vom Kreis und aus dem Rückraum zu viele Gegentreffer und gerieten in Rückstand.

Das mit den Gegentreffern änderte sich nach der Pause grundlegend. Weiter im 5:1-Verbund bekam Verl die Mitte mit Thilo Vogler und Raphael Voßhans dicht. Torwart Alexander Greitens fischte sich Ball um Ball. So ging Verl nach der roten Karte (Ellbogeneinsatz) für TuS-Routinier Christan Kalms mit 20:19 in Führung.

Von Dirk Heidemann

Verl. Der vorweihnachtliche Handball-Nachmittag des TV Verl hatte um 13 Uhr begonnen, als Höhepunkt wurde um 19 Uhr das Verbandsliga-Derby der ersten Männermannschaft gegen den TuS Brockhagen angepfiffen. Und das Drehbuch hielt, was es versprach. Passend zum 29. Geburtstag von Trainer Robert Voßhans lieferten die in der zweiten Hälfte wie entfesselt aufspielenden Verler eine Gala ab, gestatteten dem TuS nur noch fünf Treffer und bogen einen 12:16-Pausenrückstand in einen 30:21-Sieg um.

Was war denn drin im Pausentee, Robert Voßhans? „Ein großer Schluck Mut“, antwortete der Coach, Der nämlich fehlte seiner im ersten Durchgang doch sehr nervös agierenden Mannschaft, die gegen eine halbe „Altherren-Truppe“ aus Brockhagen um Thorsten Harbert, Christin Kalms, Philipp Henselewski oder den Ex-Verler Yannick Sonntag selbst ziemlich alt aussah.

Hauptprotagonist auf Seiten der Gäste war indes Julius Uhlmann im linken Rückraum. „Wir waren auf ihn eingestellt, unser Zentrum war aber zu offen und wir sind gegen ihn nicht in den Block gekommen“, sagte Robert Voßhans. In der Halbzeit wurde von ihm daher auch nur die Abwehrarbeit angesprochen. Und siehe da: inklusive einiger Umstellungen kam der TVV wie verwandelt aus der Kabine. „Mit Freddy Trapphoff als Vorgezogenen haben wir mehr Körperlichkeit in unsere 5:1-Deckung gebracht, dadurch haben wir Brockhagen dann den Druck aus den Segeln genommen“, so Robert Voßhans, der zudem seinen Bruder Raphael in den Innenblock beorderte.

Von Gregor Winkler

Es war Corona-Hochphase und niemand wusste so genau, wie mit der Lage umzugehen ist. Die einen wollten nicht spielen, die anderen wähnten sich mit Tests sicher. Der TV Verl und der TuS Brockhagen wurden sich im Januar dieses Jahres nicht einig. Letztlich trat Brockhagen nicht an – die Punkte gingen an Verl. „Ich habe mich später mit Brockhagens Trainer Timo Schäfer ausgesprochen. Aber wenn man die sozialen Netzwerke verfolgt, fällt auf, dass es uns einige Spieler offenbar noch übelnehmen“, sagt Verls Coach Robert Voßhans vor dem Derby.

Coach Schäfer trat überraschenderweise am vergangenen Dienstag in Brockhagen zurück. Er wolle den Weg für neue Impulse frei machen, gab der Trainer an. Vorerst coachen Lokman Direk und Thorsten Habert das Team.

Anders als bei der Spielabsage zu Jahresbeginn, haben beide Mannschaften diesmal Personalsorgen. Bei TVV werden Thomas Fröbel (Adduktorenprobleme), Johannes Dorow, Niklas Janzen (Knieprobleme), Thilo Vogler (Magen-Darm-Infekt) und Johannes Wittenstein eventuell ausfallen. Auch in Brockhagen gibt es Ausfälle. „Die haben noch eine Reserve mit oberligaerfahrenen Spielern in der Hinterhand. Aber ich werde auch sechs Leute haben, die mein Vertrauen genießen“, gibt sich Voßhans kämpferisch.

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