Verl (zog). „Ich bin jetzt nicht über irgendwelche speziellen Dinge enttäuscht. Das war einfach nicht unser Tag und dieser Gegner eine Nummer zu groß für uns“, erkannte Trainer Simon Dreier nach der 17:37 (7:21)-Klatsche bei der SG Handball Ibbenbüren die Überlegenheit des Tabellendritten der Frauenhandball-Oberliga an. Entscheidender wird für den Tabellenvorletzten TV Verl die letzte Vorrundenpartie am übernächsten Wochenende zu Hause gegen den Fünften TuS Brockhagen. Die Punkte werden mit in die im Februar startende Abstiegsrunde genommen.

In Ibbenbüren hielt das Dreier-Team eine Viertelstunde lang mit und den Rückstand bis zum 4:7 in Grenzen. „Da waren wir gut im Spiel, doch dann kam es zu einem Bruch“, beschrieb der TVV-Trainer, wie die Gastgeberinnen bis zur Pause auf 18:7 davonzogen und den Vorsprung nach Wiederanpfiff immer weiter ausbauten.

Von Gregor Winkler

Verl. Eine Überraschung, die die Oberligafrauen des TV Verl vielleicht gegen Handball Ibbenbüren im Hinterkopf gehabt hatten, war nach 18 Minuten beim 4:10 schon in weiter Ferne gerückt. Am Ende der 60 weitgehend einseitigen Minuten stand ein 37:17 (21:7) für den Tabellendritten gegen ein ersatzgeschwächtes Verler Team.

„Ibbenbüren hatte mit Robustheit und Tempo gegen unsere 3:2:1- oder 6:0-Deckung einen richtig starken Auftritt. Damit hätten sie auch Jöllenbeck ärgern können“, meinte TVV-Coach Simon Dreier. Er sah, dass sein ohnehin schon dezimierter Kader, in dem Dana Olbina und Hanna Hoelz fehlten, im Laufe der ersten 30 Minuten weiter zusammenschrumpfte. Sophie Dargel und Lena Tenzler fielen auch noch aus. „Außerdem hatten die A-Jugendlichen vorher gespielt“, stellte Dreier in Teilen des Teams eine gewisse Müdigkeit fest. Dafür zeigte sich Torhüterin Ece-Nur Gencer nach ihrem Ausflug zur türkischen U19-Nationalmannschaft höchst motiviert. „Sie hat richtig gut gehalten“, lobte Dreier.

Von Dennis Bleck

Halle. Das knallrote T-Shirt mit dem Halbmond und dem Stern auf der Brust ist ein wenig zu lang. Nur kurz geht der Blick in Richtung Kamera – die Lippen zu einem leichten Lächeln gespitzt. Das Foto, das Ece-Nur Gencer so zeigt und in den sozialen Netzwerken kursiert, ist ein Dokument für die Ewigkeit. Für die Oberliga-Torhüterin des TV Verl, die gerade einmal 17 Jahre alt ist, ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Der türkische Handballverband nominierte sie jetzt für einen mehrtägigen Lehrgang der U 19 in Ankara.

Auch mit einigen Tagen Abstand hat das junge Mädchen noch nicht alle Eindrücke verarbeitet. Die weite Reise, die sie gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder angetreten hatte, das Leben im Leistungszentrum in der türkischen Hauptstadt und das Aufeinandertreffen mit den größten Handball-Talenten des Landes: „Es fühlt sich irgendwie noch so unwirklich an“, sagt Ece-Nur Gencer: „Aber es war auch ein Mega-Erlebnis!“

Konkurrenz durch sechs andere Torhüterinnen

Auf dieses hatte sie fast ein Jahr hingearbeitet – und die Dinge erst einmal selbst in die Hand genommen. Anfang 2022 schrieb sie den türkischen Auswahl-Trainer einfach mal an. Über Instagram. Der antwortete prompt – und bat um Videomaterial. Das stelle Ece-Nur Gencer gemeinsam mit Ruben Voßhans, ihrem damaligen Club-Trainer beim TV Verl, zusammen. Ein erster Lehrgang, zu dem sie rund um Ostern eingeladen war, fiel dann aber aus. Anschließend hörte sie längere Zeit nur wenig vom Verband – bis kurz vor Weihnachten ihr Handy klingelte.

Verl (zog). Im vorletzten Vorrundenspiel tritt Frauenhandball-Oberligist TV Verl heute um 17.30 Uhr bei der SG Handball Ibbenbüren an. Der Drittligaabsteiger wurde zu Saisonbeginn als heißer Anwärter auf einen vorderen Tabellenplatz gehandelt, hat aber bereits acht Minuspunkte auf dem Konto.

Welches Potenzial in dem Team von Trainer Sascha Zaletel steckt, zeigte der Sieg der Spielgemeinschaft im letzten Spiel des Jahres beim bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter Bielefeld-Jöllenbeck. „Wenn die Bock haben, dann ist es ganz schwer. Aber, wenn sie nicht ganz so gut drauf sind, kann man punkten“, sagt Simon Dreier. „Ich sehe uns deshalb nicht von vornherein chancenlos, aber die Trauben hängen hoch“, fasst der Verler Trainer zusammen.

Und ein Sieg oder Teilerfolg kann doppelt wichtig werden. Denn die 37 Jahre nach der Trennung vom Ibbenbürener Sportverein und der Gründung des HC Ibbenbüren nun wieder gemeinsam als Spielgemeinschaft antretenden Gastgeberinnen haben das Erreichen der Aufstiegsrunde noch nicht sicher. Lediglich die ersten drei der beiden Oberligastaffeln spielen ab dem 25. Februar Meister und Aufsteiger aus. Und hinter Jöllenbeck (22:2-Punkte) ist das Rennen zwischen der TG Hörste (18:6), sowie Ibbenbüren und Everswinkel (beide 16:8) völlig offen. Ab Platz vier wird in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt gerungen. Muss auch Ibbenbüren in diese Runde, werden die Punkte aus den Vorrundenspielen mitgenommen.

Drei Teams gehen in die Aufstiegsrunde. Aktuell tobt ein Zweikampf zwischen Handball Ibbenbüren und der DJK Everswinkel um Platz drei. Beide haben 16:8 Punkte, beide könnten als Vierter mit in die Abstiegsrunde müssen. Gegen Everswinkel hat Verl beide Partien bereits verloren. Damit hat das Team von Simon Dreier im Auswärtsspiel am Samstag die große Chance, Ibbenbüren mit in den Abstiegskampf zu reißen und gleichzeitig noch zwei wertvolle Zähler mit in die nächste Runde zu nehmen.

Beim 34:28 im Hinspiel hatte der TVV allerdings keine Schnitte. Und im Dezember bezwang Ibbenbüren als bislang einziges Team Tabellenführer TuS 97. (gwi)

Handball: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche trifft Frauen-Oberligist TV Verl auf die TG Hörste. Nach dem Kreispokal-Aus sieht Coach Dreier im Spiel über 60 Minuten eine Chance.


Verl (gwi). Die Generalprobe ist in die Hose gegangen, was in Künstlerkreisen in der Regel als gutes Zeichen gilt. Die Frage, die sich bei den Oberliga-Handballerinnen des TV Verl stellt, ist, ob sie im Spiel gegen die TG Hörste künstlerisch wertvoll oder doch besser als solide Handwerkerinnen auftreten sollten.

Beim Kreispokalwettbewerb vor einer Woche kam es in der Gruppenphase zum 20-minütigen Aufeinandertreffen der Liga-Konkurrenten. Am Ende warf Hörste den TVV mit einem 10:7 aus dem Turnier. 16 Minuten lang hatten die Schützlinge von Simon Dreier mitgehalten, dann war der Oberliga-Zweite aus dem Altkreis von 6:6 auf 9:6 davon marschiert. „Aber so verpatzt war das gar nicht“, schildert der Coach rückblickend, dass ihm der kurze Auftritt durchaus zugesagt hat.

Von Stefan Herzog

Verl (gl). Das Frauenteam des TV Verl eröffnet in der Oberliga den zweiten Teil der heimischen Handballsaison – und das gleich mit dem Kreisderby bei der TG Hörste, das heute Abend um 20.15 Uhr in der Sporthalle Masch in Halle angepfiffen wird.

Den Vergleich mit dem vom Harsewinkeler Dustin Lohde trainierten Altkreisteam geht der Verler Trainer Simon Dreier trotz der auf den ersten Blick klaren Außenseitersituation (Hörste ist Zweiter, Verler Vorletzter) zuversichtlich an: „Wenn wir unsere Aufgaben gut lösen, dann können wir sie ärgern“, so Dreier auch in der Rückschau auf die knappe 30:31-Hinspielniederlage und das lange Zeit ausgeglichene Pokalspiel am vergangenen Samstag.

Zu den angesprochenen Aufgaben gehört für den Verler Trainer, „dass wir deren sehr gutes Spiel über Kreisläuferin Chiara Dessin verhindern und dass wir sie nicht ins Konterspiel kommen lassen, sondern selbst versuchen, ins Tempo zu kommen.“ Im eigenen Positionsangriff komme es darauf an, gegen die 3:2:1-Abwehr der TGH geduldig zu bleiben und Ballverluste zu vermeiden.

Von Stefan Herzog

Verl (gl). Das Frauen-Oberligateam des TV Verl hat die Weihnachtspause nötig. Bitter nötig: Mit dem 26:47-Heimdebakel gegen Mit-Abstiegskonkurrent HSV Minden-Nord – es war die dritte Klatsche mit 40 und mehr Gegentoren in Folge – sind die jungen Handballerinnen vorläufig am Tiefpunkt angekommen. Es wird also dringend Zeit, dass die Köpfe frei werden, dass in der Zeit bis zum Kreispokal am 7./8. Januar neuer Mut gefunden wird.

Denn am Samstag vor gut besetzter Tribüne stand eine mut- und kopflos agierende Mannschaft auf dem Parkett. „Wir haben gespielt wie ein Absteiger – ohne Einstellung, Leidenschaft und Kampf“, fasste Simon Dreier die 60 Minuten zusammen, in denen die Gastgeberinnen nur zu Spielbeginn bis zum 3:3 konkurrenzfähig waren. „Und dann gelingen ein, zwei Aktionen nicht, und danach haben alle im Kopf komplett zugemacht“, sah der Trainer, wie nun bereits im Angriff die Bälle reihenweise verloren gingen, weil seine Spielerinnen nicht bereit waren, in die Zweikämpfe zu gehen. Das galt auch für die Abwehr. Wir kassieren lediglich eine gelbe Karte, und die einzigen Zwei-Minuten gibt es für mich“, so der am Samstag bedauernswerte Trainer.

Denn die Kulisse, das ganze Drumherum stimmte. Der vorweihnachtliche Handballtag mit drei Jugendspielen in der Nachbarhalle mit Einlaufkindern vor den Seniorenspielen, mit Glühwein, Bratwurst und Pommes vor der Halle und Cafeteria samt Flohmarkt im Foyer war ein voller Erfolg. Organisiert vom Elternrat, kamen somit viele Kinder in die Halle und blieben, auch weil sie mit Begeisterung am Frisbee-Gewinnspiel in den Pausen teilnehmen wollten.

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Mit über 3.000 Mitgliedern und etwa 30 verschiedenen Sportarten ist der TV Verl der größte Sportanbieter in Gütersloh.

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