Verl (dh). Es ist die letzte Chance für die Oberliga-Handballerinnen des TV Verl, noch zwei weitere Punkte mit in die am 25. Februar beginnende Abstiegsrunde zu nehmen. Denn der finale Vorrundengegner am Samstagnachmittag ist ab 17 Uhr der TuS Brockhagen, der die Verlerinnen in die Abstiegsrunde begleiten wird. „Das Hinspiel in Brockhagen haben wir nur knapp verloren. Der TuS ist für uns durchaus schlagbar“, ist TVV-Trainer Simon Dreier optimistisch, dass der dritte Saisonsieg gelingen wird.

Denn im Gegensatz zur klaren 17:37-Niederlage vor 14 Tagen in Ibbenbüren hat sich de personelle Situation bei den Verlerinnen deutlich entspannt. Bis auf die aus privaten Gründen verhinderten Hannah Hölz und Charlotte Brüning können alle Spielerinnen auflaufen. Dana Olbina hat zwar noch Trainingsrückstand, wird aber im Kader stehen. „Wir haben in den vergangenen beiden Wochen gut trainiert, alle haben voll mitgezogen. Bringen die Mädels das 60 Minuten gegen Brockhagen auf die Platte, dann stehen die Chancen auf zwei Punkte gut“, sagt Simon Dreier.

Verl (zog). „Ich bin jetzt nicht über irgendwelche speziellen Dinge enttäuscht. Das war einfach nicht unser Tag und dieser Gegner eine Nummer zu groß für uns“, erkannte Trainer Simon Dreier nach der 17:37 (7:21)-Klatsche bei der SG Handball Ibbenbüren die Überlegenheit des Tabellendritten der Frauenhandball-Oberliga an. Entscheidender wird für den Tabellenvorletzten TV Verl die letzte Vorrundenpartie am übernächsten Wochenende zu Hause gegen den Fünften TuS Brockhagen. Die Punkte werden mit in die im Februar startende Abstiegsrunde genommen.

In Ibbenbüren hielt das Dreier-Team eine Viertelstunde lang mit und den Rückstand bis zum 4:7 in Grenzen. „Da waren wir gut im Spiel, doch dann kam es zu einem Bruch“, beschrieb der TVV-Trainer, wie die Gastgeberinnen bis zur Pause auf 18:7 davonzogen und den Vorsprung nach Wiederanpfiff immer weiter ausbauten.

Von Gregor Winkler

Verl. Eine Überraschung, die die Oberligafrauen des TV Verl vielleicht gegen Handball Ibbenbüren im Hinterkopf gehabt hatten, war nach 18 Minuten beim 4:10 schon in weiter Ferne gerückt. Am Ende der 60 weitgehend einseitigen Minuten stand ein 37:17 (21:7) für den Tabellendritten gegen ein ersatzgeschwächtes Verler Team.

„Ibbenbüren hatte mit Robustheit und Tempo gegen unsere 3:2:1- oder 6:0-Deckung einen richtig starken Auftritt. Damit hätten sie auch Jöllenbeck ärgern können“, meinte TVV-Coach Simon Dreier. Er sah, dass sein ohnehin schon dezimierter Kader, in dem Dana Olbina und Hanna Hoelz fehlten, im Laufe der ersten 30 Minuten weiter zusammenschrumpfte. Sophie Dargel und Lena Tenzler fielen auch noch aus. „Außerdem hatten die A-Jugendlichen vorher gespielt“, stellte Dreier in Teilen des Teams eine gewisse Müdigkeit fest. Dafür zeigte sich Torhüterin Ece-Nur Gencer nach ihrem Ausflug zur türkischen U19-Nationalmannschaft höchst motiviert. „Sie hat richtig gut gehalten“, lobte Dreier.

Von Dennis Bleck

Halle. Das knallrote T-Shirt mit dem Halbmond und dem Stern auf der Brust ist ein wenig zu lang. Nur kurz geht der Blick in Richtung Kamera – die Lippen zu einem leichten Lächeln gespitzt. Das Foto, das Ece-Nur Gencer so zeigt und in den sozialen Netzwerken kursiert, ist ein Dokument für die Ewigkeit. Für die Oberliga-Torhüterin des TV Verl, die gerade einmal 17 Jahre alt ist, ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Der türkische Handballverband nominierte sie jetzt für einen mehrtägigen Lehrgang der U 19 in Ankara.

Auch mit einigen Tagen Abstand hat das junge Mädchen noch nicht alle Eindrücke verarbeitet. Die weite Reise, die sie gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder angetreten hatte, das Leben im Leistungszentrum in der türkischen Hauptstadt und das Aufeinandertreffen mit den größten Handball-Talenten des Landes: „Es fühlt sich irgendwie noch so unwirklich an“, sagt Ece-Nur Gencer: „Aber es war auch ein Mega-Erlebnis!“

Konkurrenz durch sechs andere Torhüterinnen

Auf dieses hatte sie fast ein Jahr hingearbeitet – und die Dinge erst einmal selbst in die Hand genommen. Anfang 2022 schrieb sie den türkischen Auswahl-Trainer einfach mal an. Über Instagram. Der antwortete prompt – und bat um Videomaterial. Das stelle Ece-Nur Gencer gemeinsam mit Ruben Voßhans, ihrem damaligen Club-Trainer beim TV Verl, zusammen. Ein erster Lehrgang, zu dem sie rund um Ostern eingeladen war, fiel dann aber aus. Anschließend hörte sie längere Zeit nur wenig vom Verband – bis kurz vor Weihnachten ihr Handy klingelte.

Verl (zog). Im vorletzten Vorrundenspiel tritt Frauenhandball-Oberligist TV Verl heute um 17.30 Uhr bei der SG Handball Ibbenbüren an. Der Drittligaabsteiger wurde zu Saisonbeginn als heißer Anwärter auf einen vorderen Tabellenplatz gehandelt, hat aber bereits acht Minuspunkte auf dem Konto.

Welches Potenzial in dem Team von Trainer Sascha Zaletel steckt, zeigte der Sieg der Spielgemeinschaft im letzten Spiel des Jahres beim bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter Bielefeld-Jöllenbeck. „Wenn die Bock haben, dann ist es ganz schwer. Aber, wenn sie nicht ganz so gut drauf sind, kann man punkten“, sagt Simon Dreier. „Ich sehe uns deshalb nicht von vornherein chancenlos, aber die Trauben hängen hoch“, fasst der Verler Trainer zusammen.

Und ein Sieg oder Teilerfolg kann doppelt wichtig werden. Denn die 37 Jahre nach der Trennung vom Ibbenbürener Sportverein und der Gründung des HC Ibbenbüren nun wieder gemeinsam als Spielgemeinschaft antretenden Gastgeberinnen haben das Erreichen der Aufstiegsrunde noch nicht sicher. Lediglich die ersten drei der beiden Oberligastaffeln spielen ab dem 25. Februar Meister und Aufsteiger aus. Und hinter Jöllenbeck (22:2-Punkte) ist das Rennen zwischen der TG Hörste (18:6), sowie Ibbenbüren und Everswinkel (beide 16:8) völlig offen. Ab Platz vier wird in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt gerungen. Muss auch Ibbenbüren in diese Runde, werden die Punkte aus den Vorrundenspielen mitgenommen.

Drei Teams gehen in die Aufstiegsrunde. Aktuell tobt ein Zweikampf zwischen Handball Ibbenbüren und der DJK Everswinkel um Platz drei. Beide haben 16:8 Punkte, beide könnten als Vierter mit in die Abstiegsrunde müssen. Gegen Everswinkel hat Verl beide Partien bereits verloren. Damit hat das Team von Simon Dreier im Auswärtsspiel am Samstag die große Chance, Ibbenbüren mit in den Abstiegskampf zu reißen und gleichzeitig noch zwei wertvolle Zähler mit in die nächste Runde zu nehmen.

Beim 34:28 im Hinspiel hatte der TVV allerdings keine Schnitte. Und im Dezember bezwang Ibbenbüren als bislang einziges Team Tabellenführer TuS 97. (gwi)

Handball: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche trifft Frauen-Oberligist TV Verl auf die TG Hörste. Nach dem Kreispokal-Aus sieht Coach Dreier im Spiel über 60 Minuten eine Chance.


Verl (gwi). Die Generalprobe ist in die Hose gegangen, was in Künstlerkreisen in der Regel als gutes Zeichen gilt. Die Frage, die sich bei den Oberliga-Handballerinnen des TV Verl stellt, ist, ob sie im Spiel gegen die TG Hörste künstlerisch wertvoll oder doch besser als solide Handwerkerinnen auftreten sollten.

Beim Kreispokalwettbewerb vor einer Woche kam es in der Gruppenphase zum 20-minütigen Aufeinandertreffen der Liga-Konkurrenten. Am Ende warf Hörste den TVV mit einem 10:7 aus dem Turnier. 16 Minuten lang hatten die Schützlinge von Simon Dreier mitgehalten, dann war der Oberliga-Zweite aus dem Altkreis von 6:6 auf 9:6 davon marschiert. „Aber so verpatzt war das gar nicht“, schildert der Coach rückblickend, dass ihm der kurze Auftritt durchaus zugesagt hat.

Von Stefan Herzog

Verl (gl). Das Frauenteam des TV Verl eröffnet in der Oberliga den zweiten Teil der heimischen Handballsaison – und das gleich mit dem Kreisderby bei der TG Hörste, das heute Abend um 20.15 Uhr in der Sporthalle Masch in Halle angepfiffen wird.

Den Vergleich mit dem vom Harsewinkeler Dustin Lohde trainierten Altkreisteam geht der Verler Trainer Simon Dreier trotz der auf den ersten Blick klaren Außenseitersituation (Hörste ist Zweiter, Verler Vorletzter) zuversichtlich an: „Wenn wir unsere Aufgaben gut lösen, dann können wir sie ärgern“, so Dreier auch in der Rückschau auf die knappe 30:31-Hinspielniederlage und das lange Zeit ausgeglichene Pokalspiel am vergangenen Samstag.

Zu den angesprochenen Aufgaben gehört für den Verler Trainer, „dass wir deren sehr gutes Spiel über Kreisläuferin Chiara Dessin verhindern und dass wir sie nicht ins Konterspiel kommen lassen, sondern selbst versuchen, ins Tempo zu kommen.“ Im eigenen Positionsangriff komme es darauf an, gegen die 3:2:1-Abwehr der TGH geduldig zu bleiben und Ballverluste zu vermeiden.

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