Von Stefan Herzog
Verl (gl). Der nach dem Oberligaabstieg auf vielen Positionen und viel höherklassiger Erfahrung veränderte Kader des Handball-Verbandsligisten TV Verl findet allmählich zueinander. Beim dank einer starken Schlussviertelstunde ungefährdeten und deutlichen 36:26 (17:15)-Heimsieg über den an der holländischen Grenze angereisten SC Vorwärts Gronau zeigten sich deutlich mehr Ballsicherheit und Spielverständnis.
In den Auftakthandlungen funktionierten Spielzüge, die in Kreisläufer Thoren Höner einen sicheren Abnehmer fanden. Vor allem bei zunehmendem Spielverlauf entwickelte sich gegen die nur mit drei Wechselspielern angereisten Gäste ein auch vom Publikum mit Applaus bedachtes Tempospiel. Lange und gefühlvolle Pässe vom ansonsten für seine Wurfgewalt aus dem Rückraum bekannten Felix Dahrenberg auf den im zweiten Durchgang eingewechselten Linksaußen Daniel Schidetzky, aber auch Konter über die Mitte oder die rechte Seite ließen den bis zum 22:19 (40. Minute) noch überschaubaren Vorsprung über 25:19 (42.) und 28:21 (46.) bis auf 31:22 anwachsen.
Auch die Abwehr bekam den zumeist nur auf beiden Halbpositionen durch Marius Schmidt und Fabian Moß gefährlichen Rückraum der Gäste in den Griff. Das lag auch an Torwart Torben Fischedick, der 60 Minuten durchspielte, dabei zwei Siebenmeter abwehrte und auf 18 Paraden kam. Szenenapplaus bekam der Keeper, als er bei Unterzahl und Ballverlust im Angriff in sein Tor zurücksprintete und den lang über das Feld fliegenden Ball eines Gronauers direkt vor der Linie zu fassen bekam.
Andererseits gingen weiterhin einige Bälle nach viel zu früh abgeschlossenen Angriffsaktionen oder aber auch bei der zweiten Welle „blöd“ verloren, wie Trainer Gottsleben es formulierte. „Da fehlt uns über das ganze Spiel weiter die Konsequenz. Aber alles in allem war das ganz ordentlich“, war Torben Gottsleben nach dem 34:34-Warnschuss in Bochum-Riemke aus der Vorwoche mit der Reaktion und der Spielweise seiner Mannschaft zufrieden.
Bei lediglich zwei Trainingseinheiten in der Woche („Was hat das für einen Zweck, wenn bei einer dritten Einheit nur sechs, sieben Leute da sind?“) dauere es eben länger, Spielzüge einzustudieren und sich einzuspielen. Zwar war die Bank am Samstag voll besetzt. Doch weder Jens Bechtloff (Oberschenkelzerrung) noch Lukas Hartkämper (Gehirnerschütterung) wurden eingesetzt.

