Verl (kra). Das Ergebnis war deutlich: Die (chancenlosen) Handballer des TV Verl verloren am Samstagabend das Oberligaspiel gegen den TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck (leistungsgerecht) mit 16:24. Die Analyse von Torben Gottsleben war noch deutlicher. „Das war heute ein Offenbarungseid", stellte der Trainer des Tabellenletzten betont sachlich fest und zog auch gleich noch die Konsequenz: „Wenn wir so weitermachen, werden wir die Liga nicht halten."
Nach der Frage, ob es denn auch etwas gebe, was ihm in diesem Spiel Hoffnung gemacht habe, zögerte der in dieser so unbefriedigend verlaufenden Saison ans Erklären von Niederlagen (14) gewohnte Verler Coach mit der Antwort, um dann festzustellen. „Direkt nach so einer in der Offensive indiskutablen Leistung ist das schwer zu sagen. Aber wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um wieder die nötige Intensitat in unser Angriffsspiel zu bringen. Außerdem kommen dann ja hoffentlich Spieler dazu."
Tatsächlich musste Gottsleben nicht nur auf den noch bis zum 22. Februar gesperrten Neuzugang Sven Bechtloff verzichten, sondern auch auf Neuzugang Paul Freier (Aufbautraining nach Muskelbündelriss im Oberschenkel) sowie Philipp Eliasmöller. Der Rückkehrer, der bei seinem Debüt in Ahlen gleich seinen Wert für die verunsicherte Mannschaft unter Beweis gestellt hatte, verletzte sich beim Training am Donnerstag am Daumen der Wurfhand.
Aber ob es reicht, wenn dieses Trio endlich zur Verfügung steht, den für den Klassenerhalt mindestens notwendigen 11. Tabellenplatz zu erreichen, ist nicht nur wegen des schon sechs Punkte betragenden Rückstands fraglich. „Es ist doch auch gar nicht gesagt, dass wir mit den drei Neuen dann alles gewinnen", unkte Gottsleben nach einem Blick auf den Spielplan, der das Schlusslicht nacheinander auf den Tabellendritten Mennighüffen, Spitzenreiter Altenhagen II und den Tabellenzweiten Spenge Il treffen lässt.
Immerhin fand der Coach dann doch noch zwei Aspekte, die ihn bei der Niederlage gegen die solide, aber nicht überragend aufspielenden Bielefelder gefallen hatten. „Die Deckungsleistung war über weite Strecken, vor allem vor der Pause, in Ordnung und Paul Vogt hat es gut gemacht." Tatsächlich hielt der TV Verl bis zum 7:9 in der mit 7:12 verloren ersten Halbzeit noch mit, weil er hinten ordentlich stand. Dass es nicht zu mehr reichte, erklärte sich damit, dass lediglich der Rückraumspieler halbwegs oberligatauglich getroffen hatte, denn die Verler Angriffseffizienz lag unter 40 Prozent.


