Handball: Oberligist TV Verl verliert nach schlechter Leistung mit 20:24 in Brockhagen.
Von Uwe Kramme
Steinhagen. Nach der 20:24 (9:11)-Niederlage des TV Verl im Kreisderby der Handball-Oberliga beim TuS Brockhagen war Torben Gottsleben am Samstagabend restlos bedient. Wütend kickte der Trainer des Tabellenvorletzten eine leere Plastikflasche durch die Halle und verschwand in der Kabine.
Nach einer Viertelstunde Bedenkzeit brodelte die Enttäuschung über eine ganz schlechte Leistung seiner Mannschaft zwar immer noch in ihm, doch der 47-Jährige analysierte den Hinrundenabschluss präzise: „Die erste Halbzeit war ja noch okay, obwohl wir gefühlt die ganze Zeit in Unterzahl spielen. Und wenn Lars Jogereit mit dem Pausenpfiff den Siebenmeter verwandelt, liegen wir ja auch nur 10:11 zurück. Aber was wir in der zweiten Halbzeit spielen, das geht gar nicht.“
Tatsächlich gaben die Verler gegen einen dank seiner äußerst offensiv und aggressiv interpretierten 6:0-Abwehr auch nur in der Abwehr überzeugenden TuS Brockhagen schon in den ersten zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff mit sechs Technischen Fehlern beziehungsweise Fehlwürfen die Chance auf einen Punktgewinn im Kampf um den Klassenerhalt aus der Hand. Als Niklas Fischedick den ersten Treffer für die Gäste in der zweiten Halbzeit zum 10:16 (38.) erzielte, rannten die der Musik längst aussichtslos hinterher.
Und das Wie brachte Gottsleben doch noch einmal so richtig in Rage. Erstmals in dieser schwierigen Hinrunde nach dem Neuaufbau der Mannschaft kritisierte er die Einstellung seiner Spieler: „Ich hatte heute nicht das Gefühl, dass alle verstanden haben, um was wir hier gespielt haben und was wir spielen wollten.“ Vor allem Lennart Voss („Mondpässe“) und Paul Vogt („Wie in der Jugend“) bekamen ihr Fett weg.
Weil die Abwehr des TV Verl nach der Pause den nun von Timo Linkert (6 Tore) gesteuerten und deutlich zielstrebigeren TuS-Angriff nicht mehr zu stoppen vermochte, konnten sich die Hallenherren auf bis zu acht Tore absetzen. Auch weil im Verler Angriff – mit Ausnahme der am Ende über Rechtsaußen herausgespielten Tore – nicht viel lief, da es an Durchsetzungsvermögen, Passsicherheit und Bewegung ohne Ball fehlte.
„Wenn mit Moritz Herzog ein wichtiger Rückraumspieler ausfällt, ist das aber auch schwer“, kam der Verler Coach auf die Schiedsrichter zu sprechen, die die erste Halbzeit mit sechs Zeitstrafen gegen die Gäste geprägt hatten, während sie die Gastgeber, obwohl auch nicht nur Lämmer, ungeschoren davon kommen ließen. Nach seiner dritten Zeitstrafe (23.) war für Herzog, in den letzten Wochen der beste Werfer des TV Verl, das Derby (zu) früh zu Ende.
TV Verl: Tigges/T. Fischedick, Gerlach – Hartkämper (2), Vogt (1), Leitner, Voss (2), Altenau, Herzog (2), Dorow, Erichlandwehr (2), Jogereit (4/2), N. Fischedick (2), Schlüter (2), Vogler (3).


