Handball: Oberliga-Schlusslicht TV Verl kassiert gegen den TuS Möllbergen eine enttäuschende 23:25-Niederlage, weil es am Ende an Konzentration und Disziplin fehlt.
Von Uwe Kramme
Verl. Torben Gottsleben ist kein Freund von Freitagabendspielen. An dieser Abneigung des Verler Trainers dürfte wohl auch nichts ändern, dass seine Mannschaft gegen den TuS Möllbergen einen couragierten Auftritt zeigte. Der Tabellenletzte der Handball-Oberliga vergab mit der 23:25-Niederlage gegen den ersatzgeschwächten Rangfünften schließlich trotzdem „eine große Chance, im Kampf um den Klassenerhalt Boden gut zu machen“ (Gottsleben), weil es ihm am Ende an Konzentration und Disziplin fehlte.
Hauptgrund für den verpassten Befreiungsschlag im Abstiegskampf war – wie schon so oft – die fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Dieses Problem ist durch die Ausfälle von Lennart Voss (Kniescheibe herausgesprungen) und Moritz Altenau (Weltreise) umso größer geworden, als die Nachverpflichtungen Paul Freier (verletzt) sowie Sven Bechtloff (Wechselsperre bis 22. Februar) noch nicht zur Verfügung stehen.
Zudem kann Teammanager Jasmin Baltic bislang nur von „guten Gesprächen mit Philipp Eliasmöller über eine Rückkehr“ berichten. Der starke Auftritt von Thilo Vogler war angesichts dieser Umstände zu wenig.
„Eigentlich war es wie immer: Wir spielen eine gute erste Halbzeit“, sagte Niklas Fischedick, als die Seiten mit 12:13 aus Verler Sicht gewechselt wurden. Tatsächlich hatte sich der Abstiegskandidat teuer verkauft, obwohl die Gäste beim 5:10 (16.) schon auf und davon schienen. Grundlage der Aufholjagd war eine Steigerung der Abwehr. Henri Tigges hielt einige „Hundertprozentige“. Raphael Voßhans bekam auf Halbrechts die zuvor gegen die durchsetzungsstarken Gäste arg wacklige Abwehr zum Stehen. Vor allem fehlten denen nun die Siebenmeter, die von den Schiedsrichtern nach den wuchtigen Durchbruchsversuchen von Gianluca Tesi wegen „Abwehr durch den Kreis“ verhängt und von William Schlaeger (11/6 Tore) sicher verwandelt wurden.
Nach dem Wechsel blieb die Partie bis zum 16:16 (39.) durch Moritz Herzog, den die Gäste durch frühes Anlaufen weitgehend aus dem Spiel nehmen konnten, eng. Doch danach verloren die Hausherren den Faden, leistete sich zu viele Ballverluste und kassierten mit dem 18:23 den entscheidenden Rückstand. Was möglich gewesen wäre, zeigten die drei sauber herausgespielten Treffer von Rechtsaußen Marcel Erichlandwehr zum 23:24. 30 Sekunden waren da noch zu spielen, doch den Schlusspunkt setzte Schlaeger. TV Verl: Tigges/Gerlach/T. Fischedick – Hartkämper (1), Vogt (1), N. Fischedick (2), Herzog (1), Dorow (2), Erichlandwehr (4), Jogereit (3/2), Schlüter, Vogler (7), Voßhans, Zawidzki (2).


