(NW 12.01.2026) Siegtreffer in der allerletzten Aktion
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(NW 12.01.2026) Siegtreffer in der allerletzten Aktion

Frauenhandball: Leni Hermann trifft mit der Schlusssirene zum 25:24 des TV Verl über den Oberliga-Tabellenzweiten HSG Petershagen/Lahde. Schlüssel ist die siebte Feldspielerin, mit der die Verlerinnen schon früh „all in“ gehen.

Von Dirk Heidemann

Verl. Nachdem Trainer Matthias Foede seine letzte Auszeit genommen hat, wird der finale Angriff des TV Verl auf den Punkt ausgespielt. Zwei Sekunden vor Schluss bekommt Rechtsaußen Leni Hermann den Ball und trifft quasi mit der Schlusssirene zum 25:24 (10:13)-Sieg über den Tabellenzweiten HSG Petershagen/Lahde. Der Jubel im Lager der Oberliga-Handballerinnen des TV Verl kennt keine Grenzen.

Mit einer Flasche Fassbrause sitzt Foede wenige Minuten entspannt in den Katakomben der Sporthalle an der St.-Anna-Straße. Bei seiner ersten Auszeit in der zweiten Halbzeit steht es in der 37. Minute 12:15 und der Coach entscheidet sich dafür, „vorne mal was ganz anderes zu versuchen“.

Denn seine Mannschaft hat unübersehbare Probleme im Angriffsspiel. Foede lässt nun mit sieben Feldspielerinnen agieren. Es ist der Schlüssel zum Sieg. „Dabei haben wir das gar nicht trainiert“, zeigt sich Foede überrascht, wie gut seine Mannschaft diese taktische Maßnahme umsetzt. „Das war top. Die Angriffsquote wurde um 30 Prozent erhöht. Wir sind mutig geblieben, haben wenig Fehler gemacht und keine einfachen Dinger kassiert.“

Im ersten Abschnitt erlaubt sich seine Mannschaft hingegen viel zu viele leichte Ballverluste und verwirft in den ersten 15 Minuten vier Bälle von Außen. Dass es 5:5 steht, ist nur der famos haltenden Verler Torfrau Ece-Nur Gencer und der verlässlich treffenden Ellen Poon zu verdanken. Als Hermann einmal mehr von Rechtsaußen verwirft und die Gäste noch einmal in den Gegenzug kommen, heißt es zur Pause 10:13 statt 11:12.

Foede geht mit der siebten Feldspielerin früh „all in“. Jetzt trifft Hermann beständig, auch Poon ist noch im Spiel. Beim 18:19 verwirft sie jedoch einen Siebenmeter und trifft im nächsten Angriff nur den Pfosten. Foede reagiert, bringt nach dem 19:22 (52.) Marie Brinkschnieder für Poon. Auch das entpuppt sich als gelungener Schachzug. Zwei Brinkschnieder-Tore und Tessa Korek per Siebenmeter sorgen für das 22:22 (55.). Beim 23:24 scheitert Jara Mensendiek zunächst von Linksaußen, dann macht sie es besser – 24:24 (59.). Gencer (insgesamt 14 Paraden) hält einen Wurf von Lisa Brase, dann hat Leni Hermann ihren großen Auftritt.

„Wenn du einmal die Tür aufkriegst, dann gehst du auch durch“, sagt Matthias Foede, nimmt einen Schluck Fassbrause und lächelt zufrieden. „Das war kein Vergleich zu den letzten Wochen und ein richtig guter Start ins neue Jahr. Wir haben einen klaren Schritt nach vorne gemacht.“

TV Verl: Gencer/Salin – Hermann (7), Dargel (1), Mesendiek (1), Foede (1), Griwodz, Hölz, Korek (2/2), Brinkschnieder (3), Brüntrup (1), Hollmann, Poon (6), Pepping (3).