Handball: Oberligist TV Verl droht nach einer guten ersten Halbzeit gegen den ASV Senden in seiner Fehlerflut unterzugehen. Youngster Lukas Hartkämper rettet mit spätem Ausgleichtreffer einen Punkt im Abstiegskampf.
Von Uwe Kramme
Verl. Der Jüngste behielt die Nerven: Mit einem mutigen Wurf von Rechtsaußen erzielte Lukas Hartkämper am Samstag Sekunden vor dem Schlusspfiff den 27:27-Ausgleich für den TV Verl gegen den ASV Senden. Der Tabellenvorletzte der Handball-Oberliga hatte in einem Spiel, das er angesichts seiner ansprechenden Leistung bis zur 22:18-Führung (40.) auch hätte gewinnen können, wenigstens noch einen Punkt gerettet.
„Das war wichtig für die Moral“, freute sich Thorben Gottsleben mit seinen jubelnden Spielern. Der Coach hatte bei dieser Einschätzung weniger die Tabelle im Blick als die mühsame Arbeit an den Übungsabenden, um die vielen Fehler abzustellen, die auch das Spiel gegen Senden wieder geprägt hatten. „Die Jungs haben nie aufgegeben und sich selbst belohnt, das ist wichtig“, hielt Gottsleben deshalb fest.
Dass es den weiter verletzt fehlenden Neuzugang Paul Freier und den ab Ende Februar spielberechtigten Jens Bechtloff braucht, um im Kampf um den Klassenerhalt den TuS Brake endgültig hinter sich zu lassen und den Rückstand auf LIT III und Steinhagen von zwei und drei Punkten wettzumachen, weiß jeder in Verl. „Doch bis dahin tut uns jedes Erfolgserlebnis gut“, erklärte Gottsleben.
In seiner Analyse schaute der Coach zufrieden auf die erste Halbzeit. Gestützt auf eine ordentliche Deckungsleistung vor dem stark beginnenden Torhüter Torben Fischedick legten die Hausherren über 5:1, 8:8 und 14:9 bis zum 16:12-Pausenstand vor, weil es auch im vor allem von Rückraumspieler Moritz Herzog mit sechs Treffern getragenen Angriff ansehnlich lief. Mit 15 Toren bei 30 Angriffen kam der TV Verl auf eine für ihn in dieser schwierigen Neuaufbausaison gute Bilanz.
„Aber das kennen wir ja schon, dass wir eine gute erste Halbzeit spielen können“, stöhnte Gottsleben über die Fehlerflut nach dem Wechsel. Dass die Gastgeber trotz ihrer bedenklichen Statitistikwerte – 11 Tore bei 31 Angriffen – gegen aufdrehende Gäste ein Unentschieden retten konnten, hatten sie vor allem Henri Tigges zu verdanken. Der für Fischedick eingewechselte Keeper nahm den Sendenern mehrere freie Würfe weg, so dass die erst 1:31 Minuten vor Schluss zum ersten Mal in Führung gehen konnten.
TV Verl: T. Fischedick/Tigges – Hartkämper (3), Vogt (1), N. Fischedick (2), Leitner (1), Voss, Altenau, Herzog (8), Dorow (1), Erichlandwehr (3), Jogereit (4/3), Schlüter (3), Vogler (1), Zawidzki.


