Verl (zog). Die Ausgangslagen könnten unterschiedlicher nicht sein.
„Mennighüffen wittert nach dem Sieg über Spitzenreiter Salzuflen Morgenluft im Titelkampf", sieht Robert Voßhans, der mit dem TV Verl den Tabellenletzten der Handball-Oberliga trainiert, den heutigen Gastgeber in der klaren Favoritenrolle.
„Sie sind überragend besetzt, mit viel Regionalligaerfahrung", weiß Voßhans, dass bei den Gastgebern schon vieles schlecht laufen und bei seinem Team alles klappen müsse, um Punkte zu entführen. Dass heute auch der mit Mennighüffen punktgleiche Tabellenzweite Altenhagen-Heepen Il den um einen Zähler (33:9) besseren Spitzenreiter Salzuflen empfängt, sorgt für eine weitere Motivationsspritze der noch bis Saisonende vom einst in Verl als Spieler aktiven Jasmin Baltic trainierten Mennighüffener.
Für Voßhans rückt trotz theoretisch weiter möglicher Klassenerhalts-Chance die Entwicklung der Mannschaft nach dem Abgang einiger Leistungsträger im Hinblick auf die kommende Saison in den Fokus. Es gilt, an die guten Ansätze im Angriff bei der Derbyniederlage gegen Isselhorst anzuknüpfen und die wenig stabile Abwehrleistung zu verbessern. „Da passten die Absprachen nicht, da hatten wir einige Baustellen", so Voßhans. Noch einmal pausieren muss nach seiner Knöchelverletzung Mathis Griese. Dafür konnte Paul Vogt trotz Blessur aus dem Isselhorst-Spiel wieder trainieren, Lennart Voss musste aus beruflichen Gründen passen, ist heute aber an Bord.
Trainiert wird der VfL Mennighüffen in der Saison 25/26 von Andre Fuhr. Dem einstigen Trainer des Frauen-Bundesligisten Blomberg-Lippe und danach deutschen Meister und Champions-League-Teilnehmer mit den Frauen von Borussia Dortmund war nach dem Vorwurf von Spielerinnen in Bezug auf Machtmissbrauch und emotionale Gewalt als Trainer der Juniorinnen-Nationalmannschaft gekündigt worden, der Vertrag mit dem BVB wurde aufgelöst. Weitere Spielerinnen schlossen sich nach einem Artikel bei „Spiegel-online" den Vorwürfen an. Doch eine seitens des DHB gegründete Kommission musste ihre Arbeit wegen einer einstweiligen Verfügung einstellen. Eine Anzeige gegen Fuhr liegt nicht vor. Auf die Arbeit in Mennighüffen freut sich der gesundheitlich mitgenommene 53-Jährige, so ein Artikel in der „Neuen Westfälischen". Der Verein sieht sich auf ein mögliches Medieninteresse vorbereitet.


