Handball: Im Oberliga-Derby trifft ein auf Wiedergutmachung bedachter Tabellensiebter auf einen zum Punkten verdammten Abstiegskandidaten.
Vin Uwe Kramme
Kreis Gütersloh. Das Kreisderby gegen den TV Verl am heutigen Samstag kommt Stefan Hamsen wie gerufen. „Da lässt sich wenigstens keiner hängen“, knurrt der Trainer des TV Isselhorst. Die letzten Auftritte des auf Platz vier in der Endabrechnung schielenden Handball-Oberligisten haben dem ehrgeizigen Hamsen nämlich überhaupt nicht gefallen. Gegen HB Bad Salzuflen kassierten die Turner eine 25:31-Niederlage und vom TuS Spenge II wurden sie mit 25:38 aus der Halle gefegt.
Weil man gegen den Spitzenreiter ja durchaus verlieren könne, war der Coach des mit 22:18 Punkten auf Tabellenplatz sieben abgerutschten TVI ja noch bereit gewesen, Schwächen wie die fehlende Durchschlagskraft gegen Salzuflen ohne ausführliche Kritik hinzunehmen, „weil der Gegner auch einfach besser war“.
Nach der Blamage in Spenge sei indes eine „sehr kritische Analyse fällig“ gewesen, berichtete Hamsen von einer sehr intensiven Trainingswoche. Denn egal, ob wichtige Spieler gefehlt haben oder im Spiel ausgefallen sind, die Grundanforderungen sind im Handball immer gleich.“ In Spenge habe ihm jedoch der Wille gefehlt, sich aufzubäumen, sich zu wehren, alles für ein zumindest noch akzeptables Ergebnis zu tun.
„In der sicherlich wieder pickepackevollen eigenen Halle erwarte ich ein anderes Auftreten.“ Hamsen nimmt seine Truppe vor dem Spiel gegen den TV Verl umso mehr in die Pflicht, als der wegen seiner stets vorbildlichen Einsatzbereitschaft in Spenge vermisste Urlauber Marvin Gregor wieder zur Verfügung steht. Sorgen gibt es indes noch um den angeschlagenen Rückraumspieler Benny Martinez. Definitiv ausfallen wird Kreisläufer Luke Nettelnstroth (Grippe). Für ihn rückt Julian Höcker aus der Zweiten nach.
„Das ist für die Isselhorster keine Schwächung, eher im Gegenteil“, kommentiert Robert Voßhans diese Personalie. „Denn Julian bringt nicht nur sehr viel Erfahrung mit, sondern mit seinen zwei Metern auch das, was uns in Abwehr und Angriff so abgeht und große Probleme macht: Körperlichkeit“, stellt der Verler Coach fest.
Wie der TV Isselhorst hat der TV Verl zuletzt hoch verloren. Für Voßhans war das 25:37 gegen Bad Salzuflen indes eine logische Konsequenz aus den personellen Problemen des Tabellenletzten. „Weil Thilo Vogler wegen einer Grippe ausgefallen war, mein Bruder Raphael früh die Rote Karte gesehen hatte und Lennart Voss nach einem Sturz auf den Hinterkopf nicht mehr weiterspielen konnte, mussten zu viele Leute durchspielen und es wurde zwangsläufig immer dünner.“
Vogler und Voss sind am Donnerstag zwar wieder ins Training eingestiegen, dafür zog sich Matthis Griese einen Bänderriss im Fußgelenk zu und fällt aus. Personalsorgen hin, athletischen und spielerischen Qualitäten des TVI her „Der TV Verl hat in diesem Derby angesichts der Tabellensituation nur noch eine Chance. Wir müssen alles oder nichts spielen“, findet Voßhans. Tatsächlich helfen den Gästen (8:32 Punkte) im Duell mit RSV Altenbögge/Bönen (8:30), dem anderen Schlusslicht, im Duell um den einen direkten Abstiegsplatz nur noch Punkte weiter.


