Von Stefan Herzog
Kreis Gütersloh (gl). In der Tabelle liegen sieben Plätze und 14 Punkte zwischen den Kreisrivalen, das Hinspiel ging mit 35:25 klar an den Rangsiebten TV Isselhorst, der heute um 18.30 Uhr Schlusslicht TV Verl empfängt. Da können die Punkte doch gleich ohne Spiel direkt an den TVI vergeben werden, oder?
TVI-Trainer Stefan Hamsen winkt verbal ab: „Die Favoritenrolle nehmen wir an. Alles andere wäre auch wenig authentisch. Doch wenn wir so spielen, wie in der zweiten Halbzeit bei der Niederlage in Spenge, verlieren wir gegen jedes Oberligateam", hat Hamsen von seinen Spielern in der Trainingswoche eine deutliche Steigerung eingefordert. Auch, weil das Interesse groß sein dürfte. Immerhin waren es im November annähernd 800 Zuschauer in Verl, sodass die Gastgeber rechtzeitiges Erscheinen im nicht mal 300 Zuschauern Platz bietenden „Schuhkarton" empfehlen.
Für Verls Trainer Robert Voßhans ist das übliche Bohei ums Derby und eine Revanche in der aktuellen Situation nebensächlich. „Wir wollen unsere Situation nicht schön reden", setzt der TVV-Trainer andere Prioritäten: „Ich werde den Jungs keinen Druck mehr machen. Dafür haben wir im Februar zu wenig Punkte geholt. Für uns geht es bis vor allem darum, wieder Spaß zu bekommen", sollen die Verler befreit aufspielen und so versuchen, dabei die ein oder andere Mannschaft von oben zu ärgern.
Personell muss der TVI weiter auf Luke Nettelnstroth (Verdacht auf Lungenentzündung) verzichten. Dafür hilft Routinier Julian Höcker aus. Fraglich ist auch Benni Martinez-Royo (Bauchmuskelzerrung). „Er soll sich schonen und beim Warmmachen entscheiden, ob es geht", so Hamsen. Auf Verler Seite hat sich Mathis Griese im Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen und fällt aus. Dafür haben Thilo Vogler und Lennart Voss am Donnerstag wieder trainiert.
Während die Isselhorster laut Hamsen die Fehler ausnutzen und ins Tempo kommen wollen, setzt auf der anderen Seite Robert Voßhans darauf, einfache Ballverluste durch sicheres Passspiel zu vermeiden und den TVI ins Sechs gegen Sechs zu zwingen. „Wir wollen deren Fehler konzentriert ausnutzen, wollen Balle gewinnen und früh in ein ruhiges Fahrwasser kommen", , sagt dagegen Hamsen. Schützenhilfe dürfen die Verler vom TVI nicht erwarten: „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass einem im Abstiegskampf kein anderer helfen kann."


